26Sep, 2017

Erstellen eines Linkbuilding Plans

Links gehören nach wie vor zu den wichtigsten Faktoren, die Google in die Berechnung des organischen Rankings miteinbezieht. Rufen wir uns kurz ins Gedächtnis, was beim Linkaufbau wichtig ist:

  • Natürliche Geschwindigkeit: Google muss frische Links in einer gewissen Regelmäßigkeit finden. Erhält eine Website in einem Monat hundert neue Backlinks und im nächsten Monat nicht – ohne, dass sich zwischenzeitlich ihre Rankings verändert hätten oder etwas anderes passiert wäre, womit das plötzliche Ausbleiben neuer Links aus der Sicht von Google erklärt werden könnte – deutet dies ganz augenscheinlich auf künstlichen Linkaufbau hin. Und den mag Google nicht besonders, auch wenn auch dort dort jedem klar ist, dass gerade neue Webseiten zunächst auf eigene Faust Links aufbauen müssen und es Jahre dauern kann, bis der Linkaufbau einer Website tatsächlich passiv und quasi automatisch geschieht.
  • Natürliche Verteilung der Linkmetriken: Ein Backlink Portfolio, das zu 90% aus einer einzigen Form von Links besteht – z.B. ausschließlich Footer-Links eines WordPress Themes, weil sich irgendein besonders schlauer SEO gedacht hat, ein gebrandetes Theme im WordPress Store anzubieten, um dadurch Links zu erhalten, wäre eine besonders clevere Idee – ist höchst verdächtig. Zwar mag es vorkommen, dass ein Webmaster die ersten Wochen hauptsächlich in anderen Blogs kommentiert, oder durch hilfreiche Beiträge für die Community diverser Frageportale um den Bekanntheitsgrad seiner Seite zu steigern. Stammen jedoch über Jahre sämtliche Backlinks aus Frageportalen, wiederholen sich Anker-Texte (auf die man 2017 am besten gänzlich verzichtet!) auffällig oft oder sind die jeweiligen Backlinks auf den linkgebenden Seiten seltener im Textbereich als im Header, in Widgets oder (am schlimmsten!) im Footer zu finden, kann dies für Google unter Umständen bereits Grund genug sein, einer Seite den Weg an die oberste Spitze zumindest zu versperren. Ebenfalls muss auf Metriken wie die Linkpower geachtet werden – erhält eine Seite ausschließlich Backlinks von Seiten mit hohem PageRank (es steht dem Leser frei, hier eine der Dutzenden Metriken zu verwenden, die sich ihrer Natur nach am PageRank Prinzip von Google orientieren und in hinreichender Höhe mit der tatsächlichen organischen Sichtbarkeit korreliert wie bspw. MozRank, Domainscore / Trustscore (SEMRush) …)

Die Vorteile eines Linkbuilding Plans

Ein sauber strukturierter Plan ermöglicht uns den systematischen Aufbau eines auf Google natürlich wirkenden, thematisch relevanten Linkportfolios, um das uns die Konkurrenz beneiden wird. Kritisiert wird an Plänen, die länger als 3 Monate gehen, dass die Metriken einzelner Linkquellen sich konstant verändern und ein Backlink, der vor einem Algorithmus-Update bspw. positiv aufs Ranking wirkte, danach womöglich ein Problem darstellt. Dem kann entgegengewirkt werden, indem man die jeweiligen Werte in einer Excel-Tabelle mittels API diverser SEO Tools automatisch aktuell hält. Fällt diese Möglichkeit flach ist es tatsächlich ratsam, sich auf 3-6 Monatspläne zu beschränken und diese halt entsprechend kleiner zu halten. Sinnvoll ist ferner die Unterteilung in statische Linkquellen wie Directorys und dynamische wie Foren oder Blogkommentare. Während statische Backlinkquellen als Einmalsache betrachtet werden können, ist es bei dynamischen mitunter vonnöten, in einigermaßen regelmäßigen Abständen auf der linkgebenden Seite vorbeizuschauen um bspw. die Diskussion in Foren oder Blogs weiterzuführen. Auch kann es hilfreich sein, zu statischen Seiten, deren primäres Ziel nicht darin besteht, als Linkquelle zu fungieren, die entsprechenden Kontaktinformationen bereit zu stellen, um zu dokumentieren, welche potentiellen Linkgeber bereits kontaktiert wurden.

So stelle ich meinem Backlink Plan auf

Zunächst überlege ich mir die relevanten Keywords für meine Website bzw. mein Geschäftsmodell. In der Regel ist dies der Geschäftszweck und die fünf bis zehn wichtigsten Keywords um ihn herum. Nehmen wir das Beispiel einer Steuerberatungskanzlei, deren Hauptziel natürlich Steuerberatung ist. Die Nebenkeywords – Wirtschaftsprüfer, Abschlussprüfung etc. – sehen wir im Suchschlitz für Keywords in Scrapebox und haben diese jeweils mit „Foren“ oder „Blogs“ ergänzt. Die Listen werden anschließend um doppelte Domains bereinigt und auf Root getrimmt. Eine Sortierung nach TCY-D oder anderer PageRank-Metrik kann, muss aber nicht unbedingt angewendet werden, wenn die Suchkritierien bereits streng genug sind, um absoluten Müll in der Liste auszuschließen. So ist es unwahrscheinlich, dass sich unter den ersten dreißig Suchergebnissen wirklicher Schrott befindet. Scrape ich hingegen pro Keyword die kompletten ersten zehn Seiten, sinkt die Qualität der erhobenen Daten drastisch.

 

Anschließend erhalte ich die Scraped Links für meine Excel-Tabelle:

Im nächsten Schritt kommen wir zur zeitintensiveren Arbeit beim Linkplan aufstellen: Den handverlesenen Linkquellen!

Hierbei gehen wir manuell vor und schauen uns die Domains genauer an. In der Regel handelt es sich bei den handverlesenen Links um die ersten zehn Suchergebnisse in Google und einige Treffer auf den hinteren Seiten, die bei enger Begrenzung der Ergebnisse (z.B. nur die ersten 20) beim automatischen Scraping untergehen würden. Beim Handpicking versuchen wir also, jene Goldstücke zu erhaschen, die unsere maschinellen Hilfsarbeiter übersehen würden.

 

 

Wichtigste Backlinks: Die der Konkurrenz!

Die wichtigsten, weil „erfolgserprobten“ Linkquellen werden im folgenden Schritt erkundet, indem einfach die Backlink Portfolios der wichtigsten Konkurrenten analysiert und auf Kopierbarkeit hin untersucht werden. Anschließend findet eine Priorisierung nach Page Score und dem Verhältnis aus Externen und Internen Links statt, deren Gewichtung bestimmt, wie hoch die Linkpower ist, die uns ein Backlink von der jeweiligen Seite vererben würde:

 

             Die Ausgaben der Excel-Exports können unbearbeitet in einen neuen Ordner kopiert werden, den ich „Backlink Portfolios Top Konkurrenz -KUNDENNAME-„ nenne.

 

Fragen, die beim Linkbuilding geklärt werden müssen

  • Gibt es Local Listings für bestimmte Keywords, die über den organischen Ergebnissen ranken? Falls ja, empfiehlt sich der verstärkte Fokus auf Local SEO Maßnahmen!
  • Sollen Traffic Links akquiriert werden oder ausschließlich Links zur PageRank Steigerung? Wenn mit dem Backlink Aufbau auch Click-Through-Traffic erzielt werden soll, empfiehlt sich eine Priorisierung der Linkquellen nach Alexa oder SEMRush Traffic-Rank oder einer anderen verlässlichen Traffic-abbildenden Kennzahl.
  • Wie viel darf ein Backlink maximal kosten? Sinnvoll ist es hierbei, sich eine eigene Kennzahl zusammen zu bauen die sich bspw. aus Alexa-Traffic und diversen Linkpower-Metriken zusammensetzt und einen Maximalen Preis je nach Linkwert ausgibt. Eine solche Vorgehensweise ist auch nützlich, wenn ein Klient genauer wissen möchte, aus welchem Grund wie viel Geld für welchen Link bezahlt wurde.

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