Transkript zum DMT Workshop vom 19. November 2019

Die Idee, sechzehn Jahre Erfahrung als Webmaster, SEO und Online Marketer in einem Wochenendseminar zusammenzufassen, das meine individuelle Beratungsleistung im „Real Life“ so weit wie möglich zu ersetzen vermag, kam mir an einem verschneiten Dezemberabend, in dem ich wehmütig eine Liste mit Unternehmen begutachtete, deren Webseiten jeweils so viel Potential boten, dass ich mir sicher war, jedem dieser Unternehmen mit maximal einem Tag Arbeitsaufwand ihr digitales Geschäft mindestens verdoppeln zu können. 

Eine wahre Goldgrube für SEO-Berater wie mich! Mit nur einem Problem: Die Liste umfasste bereits mehrere tausend potentielle Kunden und ich würde selbst in hundert Jahren nicht Mal die Hälfte der Webseiten optimieren können. Warum also nicht den Versuch unternehmen, die wichtigsten SEO/SXO-Techniken vorzustellen und ein bisschen meiner bescheidenen Weisheit zu droppen, um Unternehmen und Unternehmern die Möglichkeit zu bieten, sich auf eigene Faust aber „durch meine Augen“ mit der eigenen Website und deren Optimierungspotentialen auseinander zu setzen. 

Der ideale Kunde für mich als SEO ist jener, dessen Website (für mich) und Geschäftsmodell einfach zu hebende Optimierungspotentiale bietet. Indem ich Webseiten und die individuellen Geschäftsmodelle dahinter gezielt nach bestimmten Kriterien suche, stelle ich also sicher, dass: 

  1. Mein Kunde in besonderem Maße von meiner Dienstleistung profitiert
  2. Meine Arbeit überdurchschnittlichen Erfolg verspricht
  3. Unzufriedene Kunden fast unmöglich sind
  4. Ich keine Zeit mit „schlechten“ Kunden verschwende
  5. Die Akquise-Kosten für fehlgeschlagene Pitches nicht auf meinen Stundenlohn geschlagen werden müssen

Wenn ich noch vor der eigentlichen Kontaktanbahnung feststelle, dass die Website eines potentiellen Kunden keinen Title und Meta Description besitzt (besonders letztere fehlt nach wie vor bei rund 4% aller deutschen Webseiten), kann ich praktisch garantieren, dass sich die organischen Google Rankings drastisch verbessern werden – bei einem Arbeitsaufwand von geschätzten fünf Minuten meinerseits. 

Und weil man davon ausgehen kann, dass sich über eine Website mit fehlender Basis-Optimierung bislang auch niemand tiefergehende Gedanken über andere Ranking-Faktoren wie PageSpeed und Co. gemacht hat, erfahren jene Unternehmer (in aller Regel sind es Einzelunternehmer, deren Seiten von 1990 sind) häufig einen regelrechten Goldrausch, wenn ihnen erstmals bewusst wird, in welchem Ausmaß die Anzahl und Qualifizierung der eigenen Websitebesucher auf die Bottom Line des eigenen Geschäftes einwirken. 

Die gute Nachricht: JA, da geht noch mehr! Wesentlich mehr!

Professionelles Marketing nach Pareto-Prinzip

Es benötigt keine Unsummen an Marketing-Budget, um konstant hervorragende, höchst profitable Visibilität zu gewährleisten. Tatsächlich sind die Online Auftritte und deren technische Eigenheiten häufig bereits dermaßen rückständig, dass ein paar gekonnte Griffe an den richtigen Stellen die Gesamtperformance des Unternehmens verdoppeln. Und wenn ich von „verdoppeln“ spreche, untertreibe ich bewusst. 

Keine der SEO-Techniken, die ich verwende, findet sich in der Form auf irgendwelchen Blogs oder in Lehrbüchern wieder 

… jedenfalls nicht am Stück und schon gar nicht auf Deutsch. Denn meine Pareto-Techniken sind das Ergebnis jahrelanger Erfahrung und teilweise ohne Frage dem dunkleren Greyhat-Spektrum zuzuordnen. Bei Techniken wie interner Linkjuice-Steuerung rennen unbedarfte Webmaster schnell Gefahr, von Google wegen PageRank-Sculpting algorithmisch abgestraft zu werden – trotz False Alert Meldung dauert es mitunter Monate, bis eine manuelle Überprüfung seitens Google erfolgt – und moderne Landingpage-Optimierung beinhaltet zwangsläufig Split-Tests, die unter ungünstigen Umständen als Cloaking fehlinterpretiert und abgestraft werden. 

Es gibt keine „SEO-Geheimnisse“ – minimale Unterschiede und Feinheiten im Ausführen diverser für den SEO-Erfolg kritischer Taktiken machen allerdings häufig den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Im dümmsten Fall versäumt es Ihr hauseigener SEO oder die beauftragte Agentur ganz schlicht, einer Linkbuilding-Kampagne die nötigen Proxy-Server vorzuschalten und Ihr Online Auftritt ist Geschichte. 

Ferner rennen Unternehmer schnell Gefahr, sich von dubiosen Agenturen und Beratern hinters Licht führen zu lassen, indem sie auf allzu intuitive Sales-Versprechen reinfallen. Die „Wahrheit“ hinter SEO ist häufig schlicht kontraintuitiv und macht aus Sicht des potentiellen Kunden zunächst wenig Sinn. 

Dies liegt mitunter an dem archaischen, vermeintlichen Marketing-„Wissen“, das einerseits auf vollkommen überholten Annahmen wie dem „Homo Oeconomicus“ fußt, dessen Nicht-Existenz fernab akademischer Elfenbeintürme spätestens durch die Möglichkeiten moderner Web Analytics auf peinlichste Weise bestätigt wurde (kurz: der Mensch ist wesentlich dümmer, als angenommen!); andererseits 

Leider gilt für SEO wie für wenig andere Branchen der Grundsatz: Nichts verkauft sich einfacher, als Scheiße – leider. Aus diesem Grund habe ich ein ganzes Kapitel dem Thema „Kontraintuitive Funktionsprinzipien von Google und Co.“ gewidmet, um mit Mythen wie „Es gibt kein Negatives SEO“ endgültig aufzuräumen. 

Die dreckigen Tricks – Fake Traffic und Co.

Dort, wo die Werbeflächen von Webseiten, Video-Channels, Blogs etc. mit zunehmendem Besucherstrom und dessen soziodemographischer Merkmale im Wert steigen und fallen, stellt sich die Frage:

Ich kann mir gut vorstellen, dass etliche kleinere Unternehmen von vermeintlichen „Influencern“ etc. über den Tisch gezogen werden, indem diese ganz einfach ihre Klickzahlen mit Bots in die Höhe treiben. Services, die Klickzahlen fälschen, sind bereits zu Tausenden für wenige Euros aus Asien und der Türkei zu beziehen. Das ist kein Geheimnis, aber Oma Trudel mit ihrer Bäckerei an der Ecke wohl eher nicht präsent, wenn sie stolz wie Otto nen Fuffie zuckt für ihr erstes offizielles Digital-Investment: Der Kirmes-König vom Dorf ruft daraufhin alle seine sechs Milliarden Instagram-Follower dazu auf, bei Oma Trudel ihre Brezeln zu kaufen. 

Fake Traffic lässt sich aber auch hervorragend zur Kontaktanbahnung mit anderen Webmastern nutzen, indem man diesen bspw. vorgaukelt, es kämen besonders viele interessierte Besucher („targeted traffic“) über einen Artikel auf der eigenen Website, wodurch diese als potentielle Werbefläche natürlich attraktiver erscheint.

—> ÜBUNG TRAFFICANALYSE ZUR AUFDECKUNG VON BOTS UND CO.

ENDE ERSTER TEIL